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Artikel aus den Wasserburger Nachrichten vom 31.01.2008

Zum Vergrößern bitte in den Artikel klicken.



Artikel aus der "Bayerischen Laufzeitung 2006"

Banane – heute mal getrocknet!
Wie der Energiespender nach Bayern kommt.

Hannes Thaler und Dietmar Mücke kurz vor dem Marathonstart in MünchenIn der Laufszene ist Hannes Thaler so manchem bekannt, und das nicht erst seit seinen Marathon-Auftritten als barfuß- oder in Sandalen laufender Aloisius. Zuletzt sammelte der „Engel“ beim Münchner medien.marathon zusammen mit Gleichgesinnten Geld für obdachlose Kinder und deren Mütter. Doch in Zukunft wird man den sympathischen Eiselfinger in unseren Breiten nur noch selten zu Gesicht bekommen. Im Herbst 2004 verwirklichte sich Hannes Thaler nämlich einen Traum. Er kaufte sich in Brasilien ein 27 ha großes Grundstück und bewirtschaftet dies seither auf Grundlage der Permakultur. Leben und arbeiten mit der Natur wurden für den gelernten Bankkaufmann zum Lebensinhalt. Bis er damit jedoch seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, steht er noch auf Abruf dem deutschen TÜV zur Bewertung von Klimaschutzprojekten in seiner neuen Heimat zur Verfügung. Doch langfristig gesehen will Hannes Thaler mit den Erträgen aus seiner Landwirtschaft auskommen. Viele tausend Setzlinge hat er deshalb mit einheimischen Arbeitskräften auf seinem Boden schon gepflanzt; unzählige Arten von tropischen Früchten kann er bereits ernten und verkaufen. Sein Hauptaugenmerk gilt allerdings der Banane, speziell dem Trocknen der selbigen. Hier in Deutschland kennt man Trockenbananen bislang meist nur in Chipform. Hannes Thaler trocknet die Banane im Ganzen. Im Holzofen wird der Frucht innerhalb von 48 Stunden der Großteil des Wassers entzogen und sie so für mindestens sechs Monate haltbar gemacht. Das Ergebnis ist ein wahres Powerpaket, gerade auch, weil es sich um ein reines Naturprodukt handelt. Für den 33-jährigen Neu-Brasilianer ist es eine Selbstverständlichkeit, dass bei der Produktion all seiner Erzeugnisse weder chemischer Dünger noch Insektizide oder Konservierungsmittel zum Einsatz kommen. Ungeschwefelt und ohne Zuckerzusatz bringt er seine Produkte auf den Markt. Und das schmeckt man auch.

Viele Sportler schätzen Trockenobst als bevorzugte Energiequelle für zwischendurch, so auch der amtierende Deutsche Meister im 24-Stunden-Lauf, Dietmar Mücke. Der Jugendfreund Thalers war gleich von der Qualität der getrockneten Köstlichkeiten überzeugt. Die Begeisterung reichte gar so weit, dass er die Bananen – getrocknete Papayas sollen später folgen – in Zukunft zusammen mit seiner Frau Evi aus dem Früchteparadies Brasilien in größeren Mengen nach Deutschland einführen und hier sowie im benachbarten Ausland vertreiben wird. Mit dieser Initiative der Kerschdorfer Mücken kommen zum einen Interessierte in unserer Region in den Genuss hochwertiger Lebensmittel. Zum zweiten erhalten sehr arme Menschen in Südamerika die Aussicht auf einen gesicherten Lebensunterhalt. Bereits heute bezahlt Hannes Thaler seinen Arbeitern überdurchschnittliche Löhne.

 
Die Herkunft

Die Bananen stammen aus dem Nordosten Brasiliens, genauer gesagt aus Mulungu in der Sierra de Baturite, 120 Kilometer südwestlich von Fortaleza, der Hauptstadt des Sonnenstaats Ceara. Vom Pflanzen der Setzlinge über die Ernte bis hin zum Trocknen geschieht alles auf dem 27 ha großen Grundstück von Hannes Thaler, der dies seit September 2004 nach Gesichtspunkten der Permakultur bewirtschaftet.

 

 

Die Herstellung

Alles entsteht vollkommen naturbelassen auf Grundlage der Permakultur. Weder chemischer Dünger noch Insektizide kommen zum Einsatz. Diese sind in der Regel für Bananen auch überhaupt nicht notwendig. So wie Hannes Thaler lassen fast alle Bauern im Umkreis die Früchte natürlich wachsen.

Die Region, in der Hannes sein Land bewirtschaftet, ist geradezu prädestiniert für den Anbau von Bananen, speziell für die Sorten „Prata“ und „Pakowa“. Die Trockenbananen sind zu 95 % aus „Prata“ hergestellt. Hin und wieder können auch einige „Pakowa“ dabei sein. „Prata“-Bananen sind ursprünglich ca. 10 bis 15 cm groß. Sie werden zwar grün, aber eben erst dann geerntet, wenn sie '''zeitig“ sind', das heißt, sie haben an der Bananenstaude bereits den Reifungsvorgang begonnen.

Geerntet wird von den Arbeitern mit Hilfe eines Esels. Der Esel deswegen, weil das Gelände ziemlich hügelig ist und die Bananen zum Teil einen Kilometer weit transportiert werden müssen. Mindestens einmal im Monat wird geerntet, kleinere Mengen auch mehrmals monatlich. Auf einer Fläche von einem ha können ca. 1.000 Bananen-Setzlinge gepflanzt werden. Daraus lassen sich in den Sommermonaten (August bis Dezember) bis zu 30.000 Bananen monatlich ernten. Im brasilianischen Winter (Januar bis Juli) fällt die Produktion um bis zu zwei Drittel. Dann liegt der Ertrag bei nur noch etwa 10.000 Bananen pro Monat. Derzeit weitet Hannes die Bananenproduktion auf seinem Grundstück aus, so dass ab Juli 2006 bis zu 45.000 Bananen geerntet werden können und in zwei Jahren sollen es dann schon rund 75.000 je Sommermonat sein.

Einmal geerntet, werden die Bananen mit einer Plastikfolie zugedeckt, um den Reifungsprozess zu beschleunigen. Sollte dies nicht gewünscht sein, werden die Früchte gelagert, bis sie sehr reif sind, beinahe überreif. Jetzt werden die Bananen in einem sanitären Wasser geschält, also abgehäutet. Anschließend kommen sie in eine Holzkurbel, welche von Hand schnell gedreht wird, damit sich die äußere gelbe Schicht der Frucht löst. Dies ist notwendig, da die Bananen andernfalls sehr schlecht beziehungsweise gar nicht trocknen würden. Diese Arbeiten werden zumeist mit Handschuhen ausgeführt. Sollte dies aufgrund zu großer Umständlichkeit nicht möglich sein – wenn z. B. die getrocknete Banane auf Ihre Konsistenz geprüft werden muss und dies sehr viel Gefühl in den Fingern verlangt – werden die Hände mehrmals mit Wasser und Seife gewaschen.

Sobald die äußere Schicht der Bananen abgelöst ist, werden sie auf Bambusgitter gelegt und kommen in den gut vorgeheizten Holzofen. Der Trocknungsvorgang dauert zwischen 40 und 48 Stunden. Während dieser Zeit müssen die Bananen einzeln im Ofen mehrmals umgedreht werden. Da der Ofen unterschiedliche Hitzen aufweist ist es notwendig, auch die Gitter von oben nach unten und von hinten nach vorne auszutauschen. Das Holz zum Befeuern des Ofens stammt ausnahmslos vom eigenen Grundstück. Es handelt sich um Abfallholz beziehungsweise Holz von kranken Bäumen oder aus dem Schnitt der Bäume.

Haben die Bananen erst einmal die richtige Konsistenz, also den richtigen Feuchtigkeitsgehalt – dieser wird nach Gefühl und Erfahrung festgestellt – werden sie aus dem Ofen genommen erst einmal in einem großen Kübel zum Abkühlen gebracht. Anschließend erfolgt die manuelle Verpackung. Die getrockneten Bananen sind nun für mindestens sechs Monate haltbar.

Ab Herbst 2006 wird nicht mehr im Holzofen, sondern im Dörrgerät getrocknet!

 

 

Die Herstellung der Trockenfrüchte dokumentiert

Die Herstellung der Trockenfrüchte anhand von Fotos:

Fotoshow anzeigen ...

Die Herstellung der Trockenfrüchten als Präsentation:

Präsentation anzeigen ...

Power Point Präsentation downloaden (ZIP - 52,5 MB) ...

 

 

 

Artikel erschien am 24.12.2005 in der größten Tageszeitung des Nordostens Brasiliens "O POVO"

          

   Hier die deutsche Übersetzung:

Mulungu

Als nächstes kommen die Trockenmangos ...

Von Deutschland nach Mulungu in die „Sierra von Baturite“. Der Umweltökonom Johann Franz Thaler wähltedie Gemeinde Mulungu im Bundesstaat Ceara aus, um Obst und Gemüse zu 100 % organisch anzubauen und Trockenfrüchte für kommerzielle Zwecke zu produzieren. Unter anderem bietet der Deutsche Trockenbananen, Bananenbällchen und Trockenpapaya an. Johann hat schon Pläne, seine Produktpalette bald um Trockenmangos, Trockencaju und Trockenjaka zu erweitern.

   Noch bin ich ein kleiner Produzent, und daher konzentriere ich mich auf wenige Dinge. In zwei oder drei Jahren werde ich, wenn Gott es will, schon genügend Früchte haben, um noch mehr Trockenfrüchte zu produzieren. Das Wichtigste im Moment jedoch ist, dass ich bereits Arbeitsplätze schaffe“, kommentiert er.

Die Produktion von Trockenfrüchten hat vor fünf Monaten auf dem 27 Hektar großen Anwesen „Recanto do Alemao“ begonnen, das drei Kilometer von Mulungu entfernt liegt und im Dezember 2004 vom Deutschen gekauft wurde. Obwohl die Produktion erst vor kurzem begonnen hat, ist es Johann gelungen, mit Hilfe eines Freundes in Deutschland den Export der Trockenfrüchte dorthin zu starten. „Ich bin sowohl am einheimischen als auch ausländischen Markt interessiert“, sagt der Ökonom, der noch auf der Suche nach Geschäftspartnern ist.

Der Traum von Hannes ist – wie Johann unter Freunden heißt -  zum Selbstversorger in Sachen Ernährung (vor allem Obst und Gemüse) zu werden. Schließlich ist Hannes Vegetarier. „Ich produziere Mango, Avocados, Papaya, Bananen, Guava, Maracuja,  (Passionsfrüchte), Caju, Zitrusfrüchte, Sapoti, Acerola und noch vieles mehr. Und dies alles organisch, ohne Spritzmittel", sagt er.

Hannes besuchte den Bundesstaat Ceara im Nordosten Brasiliens das erste Mal vor fünf Jahren. Ein Freund aus Fortaleza nahm ihn in die Berge von Baturite mit, um die Region kennen zu lernen. Hannes verliebte sich sofort in die Region. Er war so hin und weg, dass er sich sofort ein kleines Grundstück von zwei Hektar kaufte. Er kehrte in seine Heimatstadt Wasserburg am Inn zurück, konnte aber nie mehr die herrliche Natur der Region um Mulungu vergessen. Daher kehrte er einige Jahre später zurück, um sich niederzulassen und zielgerichtet in die Zukunft zu blicken.

 

 

 

 
Der soziale Aspekt

Derzeit beschäftigt Hannes Thaler permanent fünf Arbeiter. Diese werden von ihm überdurchschnittlich entlohnt, was dem Prinzip des fairen Handels entspricht. Bei entsprechendem Absatz kann Hannes seine Beschäftigten in Zukunft sogar zur Sozialversicherung anmelden, was in der Region alles andere als üblich ist. Darüber hinaus wird er bei wachsender Produktion Bauern aus der Nachbarschaft immer wieder Arbeit und damit Einnahmequellen bieten können. So kauft er von ihnen beispielsweise junge Bananenpflanzen und Kuhmist zum Düngen derselben. Alleine mit dem Transport von 2.500 bis 3.000 Setzlingen – diese sollen bis Ende Januar gepflanzt werden – und dem dazu benötigtem Kuhdung, wird ein Nachbar mit seinen Eseln mehrere Wochen beschäftigt sein. Außerdem entsteht demnächst eine neue Küche mit einem neuen Holzofen. Auch das bedeutet Arbeit für mehrere Personen.

In einem grundsätzlich sehr armen Land bietet Hannes Thaler durch seinen Einsatz zahlreichen Menschen die Möglichkeit auf gesicherten Lebensunterhalt. Für die Kerschdorfer Mücken ein wichtiger Aspekt, Hannes beim Absatz seiner Produkte zu unterstützen.

 

 

im Angebot / Preise:

Stand 02.08.2010

(Importeur für Deutschland: Manuela Thaler, die Schwester von Hannes)

Bananen       100 g        1,60 €
Mango     50 g        1,80 €  derzeit nicht lieferbar *
Ananas   50 g        1,90 €
Papaya   50 g        1,90 €  derzeit nicht lieferbar *
Kokosnuss   50 g          2,00 €  
Cashewkerne 100 g        1,90 €  derzeit nicht lieferbar *

Ohne Einsatz von chemischem Dünger und Insektiziden sowie ohne Zusatz von Zucker und Konservierungsstoffen hergestellte Lebensmittel. Die Trocknung erfolgt im Dörrgerät.                                                                    

Versandkostenanteil (innerhalb Deutschlands):  
bis    450 g Trockenfrüchte (Warensendung) 1,50 €
bis 1.700 g Trockenfrüchte (DHL-Päckchen) 3,90 €

* Ab Mitte September werden wieder alle Früchte sowie Cashewkerne lieferbar sein.  

Bestellungen unter info@laufmalwieder.de

 

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